Wann lohnt sich das Fahrtenbuch gegenüber der 1%-Regelung?
Die gesetzliche 1%-Regelung ist eine vereinfachende Pauschalversteuerung. Sie setzt monatlich 1 % des inländischen Bruttolistenpreises (BLP) zum Zeitpunkt der Erstzulassung zzgl. des geldwerten Vorteils pro Entfernungskilometer zur Arbeitsstätte als steuerpflichtiges Einkommen an. Das führt in der Praxis oft zu einer massiven steuerlichen Mehrbelastung.
Das Führen eines Fahrtenbuchs lohnt sich nach steuerlichen Grundsätzen fast immer, wenn:
- Der private Nutzungsanteil gering ist: Wenn Sie den Firmenwagen zu mehr als 65–70 % für geschäftliche Dienstfahrten einsetzen, schlägt das Fahrtenbuch die 1%-Regelung in der Regel deutlich.
- Der Bruttolistenpreis hoch ist: Bei hochwertigen Fahrzeugen (z. B. 60.000 € bis über 100.000 €) ist die 1%-Pauschale unverhältnismäßig teuer, da sie sich starr am theoretischen Neupreis orientiert.
- Das Auto gebraucht oder abgeschrieben ist: Kauft der Betrieb einen jungen Gebrauchten für 25.000 €, dessen ursprünglicher Neupreis bei 70.000 € lag, muss für die 1%-Regelung trotzdem der volle BLP von 70.000 € versteuert werden. Beim Fahrtenbuch zählen hingegen die tatsächlichen niedrigen Anschaffungskosten und Abschreibungen!
- Sie einen weiten Arbeitsweg haben: Der Zuschlag pro Entfernungskilometer summiert sich bei längeren Pendelstrecken (z. B. 40 km oder mehr) auf beträchtliche Monatsbeträge.